Der Belohnungsplan für Kinder

Eine Tafel für drei Wochen, ein Ziel und Ideen, die nichts kosten — damit der Plan hilft und nicht teurer wird

Vorschau: erste Seite von „Der Belohnungsplan für Kinder“
  • Eine Tafel für drei Wochen zum Bekleben oder Ausmalen, mit Feld für euer Ziel
  • Wie aus „sei brav“ ein Ziel wird, das dein Kind wirklich schaffen kann
  • 15 Belohnungsideen ohne Einkauf: Zeit zusammen, Mitbestimmen, kleine Rituale
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Was drinsteht

Ein Belohnungsplan, der fair bleibt

Ein Belohnungsplan kann helfen, wenn ein neuer Schritt ansteht: allein anziehen, im eigenen Bett einschlafen, nach der Kita die Schuhe wegräumen. Er macht sichtbar, was dein Kind schon schafft, und viele Kinder kleben einfach gern einen Sticker selbst auf.

Schwierig wird es, wenn der Plan zur Währung wird. Dann reicht ein Sticker irgendwann nicht mehr, es braucht fünf, dann ein Spielzeug. Und alles, wofür es nichts gibt, wird plötzlich verhandelbar. Das passiert nicht jedem Plan, aber vielen, die ohne Ende und mit Abzügen laufen.

Deshalb gelten für diesen Plan vier Regeln: ein Ziel, nicht fünf. Drei Wochen, dann ist Schluss. Es wird nie etwas abgezogen. Und am Ende steht Zeit zusammen, nicht etwas aus dem Laden.

So baut ihr euren Belohnungsplan

  1. 1

    Ein Ziel, so konkret wie möglich

    „Brav sein“ kann niemand abhaken. „Nach dem Abendessen den Teller in die Küche tragen“ schon. Ein gutes Ziel kann dein Kind an einem guten Tag schaffen, nicht nur an einem perfekten.

  2. 2

    Gemeinsam aussuchen

    Sprecht zusammen darüber, was gerade schwerfällt, und lasst dein Kind Farbe, Sticker und den Platz für die Tafel aussuchen. Ein Plan, an dem es mitgebaut hat, gehört auch ihm.

  3. 3

    Kleben oder malen, nie abziehen

    Für jedes Mal ein Sticker oder ein ausgemaltes Feld. Klappt es nicht, bleibt das Feld leer, ohne Kommentar. Sobald ein Sticker wieder weggenommen werden kann, ist der Plan eine Strafe.

  4. 4

    Nach drei Wochen gemeinsam abhängen

    Schaut zusammen, was geschafft ist, und macht die Sache, die ihr am Anfang ausgesucht habt. Dann hängt die Tafel ab. Was jetzt klappt, gehört einfach dazu. Wenn ein neues Ziel ansteht, beginnt ein neuer Plan.

Ziele, die ein Kind schaffen kann

Links, was oft auf Belohnungsplänen steht. Rechts dasselbe Anliegen als Ziel, das man sehen und abhaken kann.

Brav sein beim Einkaufen
Im Supermarkt am Wagen bleiben
Dein Kind weiß genau, was gemeint ist, und du auch.
Nicht mehr trödeln am Morgen
Nach dem Frühstück selbst die Schuhe anziehen
Ein Schritt statt eines ganzen Morgens. Der Rest kommt oft hinterher.
Nicht mehr hauen
Wenn ich wütend bin, stampfe ich oder hole Mama oder Papa
Ein Verbot sagt, was nicht geht. Ein Ziel sagt, was stattdessen geht.
Das Zimmer ordentlich halten
Vor dem Abendessen die Bausteine in die Kiste räumen
Klein genug für einen müden Tag. Ordentlich ist für Kinder kein messbarer Zustand.
Die Hausaufgaben ohne Theater machen
Nach dem Essen am Tisch anfangen, bevor gespielt wird
Anfangen kann man abhaken. Stimmung nicht.
Kind steht von hinten gesehen im Flur und klebt einen runden Sticker auf den Belohnungsplan an der Tür, am Boden stehen seine Schuhe
An der Tür, an der das Ziel passiert. Wer die Schuhe selbst anzieht, klebt gleich danach den Sticker.KI-generiertes Bild

15 Belohnungsideen, die nichts kosten

Sucht am Anfang gemeinsam eine Sache aus, die am Ende der drei Wochen steht. Das Schönste daran ist meist nicht die Sache, sondern dass ihr sie zusammen macht.

Zeit zusammen

  • Eine extra Vorlesegeschichte am Abend
  • Zusammen das Lieblingsessen kochen
  • Ein Nachmittag im Wald oder am Lieblingsspielplatz
  • Eine Höhle aus Decken bauen und darin picknicken
  • Ein Brettspiel, bei dem das Kind die Regeln bestimmt

Mitbestimmen

  • Das Abendessen für einen Tag aussuchen
  • Den Ausflug am Wochenende auswählen
  • Die Musik beim Autofahren bestimmen
  • Einen Tag lang den Tagesablauf mitplanen
  • Den Film für den Familienabend auswählen

Kleine Rituale

  • Eine Nacht im Schlafsack im Wohnzimmer
  • Ein Foto neben der fertigen Tafel, das aufgehängt wird
  • Oma, Opa oder die Patentante anrufen und erzählen
  • Frühstück im Schlafanzug am Sonntag
  • Eine Tanzparty in der Küche

Unser Belohnungsplan

Tragt euer Ziel ein. Für jedes Mal einen Sticker kleben oder ein Stück ausmalen. Leere Felder bleiben leer, und nichts wird wieder weggenommen.

Die Tabelle zum Eintragen ist im PDF — zum Ausdrucken und Aufhängen.
Erwachsenenhand trägt am Küchentisch das Ziel in den Belohnungsplan ein, daneben liegen Kinderhände, ein Stickerbogen und Buntstifte
Das Ziel schreibt ihr zusammen auf. Ein Plan, an dem dein Kind mitgebaut hat, gehört auch ihm.KI-generiertes Bild

Wenn es nach einer Woche nicht klappt

Dann ist meistens das Ziel zu groß, nicht der Sticker zu klein. Macht das Ziel kleiner, statt die Belohnung größer. Und wenn ein Belohnungsplan bei euch gar nicht passt, ist das auch in Ordnung: Der Mitmach-Plan auf betterparent.de zeigt eine Tafel ganz ohne Sticker.

Häufige Fragen

Ist ein Belohnungsplan für Kinder sinnvoll?
Für einen neuen Schritt und für begrenzte Zeit kann er helfen, weil er sichtbar macht, was dein Kind schon schafft. Schwierig wird er, wenn er ohne Ende läuft, Punkte abgezogen werden oder die Belohnungen immer größer werden müssen. Ein Ziel, drei Wochen, nichts abziehen und am Ende Zeit zusammen hält die Nachteile klein.
Welche Belohnungen eignen sich für Kinder?
Am besten Dinge, die ihr zusammen macht oder bei denen dein Kind mitbestimmen darf: eine extra Geschichte, zusammen kochen, den Ausflug aussuchen, eine Nacht im Schlafsack im Wohnzimmer. Solche Belohnungen müssen nicht immer größer werden und stärken nebenbei die Beziehung.
Wie lange sollte ein Belohnungsplan laufen?
Mit einem festen Ende, zum Beispiel drei Wochen. Dann hängt ihr die Tafel gemeinsam ab und feiert, was geschafft ist. Was bis dahin klappt, gehört danach einfach dazu. Ein Plan ohne Ende wird leicht zur Dauerverhandlung.
Was tun, wenn mein Kind nur noch für eine Belohnung mitmacht?
Dann den Plan wie vereinbart beenden, nicht verlängern. Im Alltag danach hilft mitmachen statt anweisen: „Ich fange bei den Bausteinen an, du bei den Autos.“ Und benenne, was dein Kind kann („Du ziehst dich jetzt jeden Morgen allein an“), statt es zu bewerten.
Wie mache ich einen Belohnungsplan selbst?
Ein Ziel aufschreiben, das man sehen kann, eine Tafel mit einem Feld pro Tag zeichnen, gemeinsam eine Sache für das Ende aussuchen und die Tafel auf Kinderhöhe aufhängen. Diese Vorlage nimmt dir das Zeichnen ab: ausdrucken, Ziel eintragen, Sticker daneben legen.

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