Der Töpfchen-Plan

Eine Tafel für vier Wochen zum Kleben und Malen — und was hilft, wenn dein Kind nicht aufs Klo will

Vorschau: erste Seite von „Der Töpfchen-Plan“
  • Eine Tafel für vier Wochen: Montag bis Sonntag, zum Bekleben oder Ausmalen
  • Feste Töpfchen-Momente im Tag, damit niemand ständig fragen muss
  • Sechs Sätze für Kinder, die nicht aufs Klo wollen, und für nasse Hosen
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Drucken, schneiden, falten. Für den Start reichen die ersten Seiten; die Bildkarten gibt es auf festerem Papier am schönsten.

Was drinsteht

Allgemeine Information, keine medizinische Beratung

Dieser Plan hilft beim Ablauf und bei der Stimmung, nicht bei körperlichen Fragen. Ob dein Kind so weit ist, was bei Verstopfung, Schmerzen oder Einnässen hilft und wann etwas abgeklärt werden sollte, besprichst du mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt.

Trocken wird dein Kind, nicht die Tafel

Trocken werden ist ein Entwicklungsschritt, kein Erziehungserfolg. Es gibt kein Alter, ab dem es klappen muss, und die Unterschiede zwischen Kindern sind groß, auch zwischen Geschwistern. Druck macht es nicht schneller. Er macht aus dem Klo einen Ort, an dem es Streit gibt.

Was eine Tafel leisten kann: Sie macht sichtbar, was dein Kind schon schafft. Kleine Kinder kleben gern einen Sticker selbst auf oder malen ein Feld aus. Für viele ist genau das der Reiz, nicht ein Preis am Ende.

Deshalb gelten für diese Tafel drei Regeln: Sie ist befristet, auf vier Wochen. Es wird nie etwas abgezogen, nasse Hosen kosten nichts. Und der Sticker gehört deinem Kind, es klebt ihn selbst.

So startet ihr

  1. 1

    Einen ruhigen Zeitpunkt wählen

    Nicht in der Woche, in der die Kita wechselt, ein Geschwisterchen kommt oder ihr umzieht. Wenn gerade viel los ist, ist warten meist der schnellere Weg.

  2. 2

    Feste Töpfchen-Momente

    Nach dem Aufwachen, nach dem Essen, vor dem Rausgehen, vor dem Baden. Was im Ablauf feststeht, muss man nicht jede halbe Stunde erfragen.

  3. 3

    Dein Kind entscheidet mit

    Töpfchen oder Aufsatz auf dem Klo, welcher Hocker, welches Buch zum Sitzen. Wer bei den kleinen Dingen mitredet, muss sich das Nein nicht beim großen Ding holen.

  4. 4

    Kleben oder malen, nie abziehen

    Die Tafel hängt auf Kinderhöhe, Sticker oder Stift daneben. Leere Felder bleiben leer, ohne Kommentar. Nach vier Wochen hängt ihr sie gemeinsam ab und feiert, was geschafft ist.

Kleinkind steht von hinten gesehen im Bad und klebt einen Sticker auf die Töpfchen-Tafel an der Wand, daneben Töpfchen und Tritthocker
Tafel, Töpfchen und Hocker an einem Ort. Dein Kind klebt selbst, du musst nichts sagen.KI-generiertes Bild

Wenn dein Kind nicht aufs Klo will

Links, was im Bad rausrutscht. Rechts, was dasselbe will und seltener im Streit endet.

Du musst jetzt aufs Klo!
Vor dem Rausgehen gehen alle noch mal. Ich auch.
Eine Regel für alle ist keine Machtprobe. Und Kinder machen gern nach, was die Großen tun.
Musst du wirklich nicht? Ganz sicher?
Wenn du musst, sag Bescheid. Ich bin da.
Ständiges Nachfragen macht Druck. Einmal anbieten reicht.
Schon wieder nass! Du bist doch schon groß.
Passiert. Wir ziehen dir was Trockenes an.
Nasse Hosen gehören zum Lernen. Scham macht das nächste Mal nicht leichter, sondern heimlicher.
Du bleibst sitzen, bis was kommt.
Kein Pipi? Dann probieren wir es später wieder.
Sitzen muss freiwillig bleiben. Festhalten macht aus dem Töpfchen einen Ort, den man meidet.
Wenn du aufs Klo gehst, bekommst du ein Eis.
Du hast es gemerkt und bist hingegangen. Magst du deinen Sticker kleben?
Der Sticker sagt: Das hast du geschafft. Ein Eis sagt: Das hast du verdient. Das eine hält, das andere wird teurer.
Die anderen in der Kita können das alle schon.
Dein Körper lernt das gerade. Das dauert, so lange es dauert.
Vergleiche erzeugen Druck und helfen keinem Kind schneller aufs Klo.

Die Töpfchen-Tafel

Für jedes Mal auf dem Töpfchen oder Klo einen Sticker kleben oder ein Stück ausmalen. Mehrere passen in ein Feld. Leere Felder bleiben einfach leer.

Die Tabelle zum Eintragen ist im PDF — zum Ausdrucken und Aufhängen.
Kinderhand klebt einen gelben Stern-Sticker in ein Feld der Töpfchen-Tafel, eine Erwachsenenhand hält den Stickerbogen
Mehrere Sticker passen in ein Feld. Leere Felder bleiben leer, ohne Kommentar.KI-generiertes Bild

Wann du in der Kinderarztpraxis nachfragen solltest

Wenn dein Kind beim Pipi oder Stuhlgang Schmerzen hat, den Stuhlgang lange zurückhält, wenn es schon länger trocken war und ohne erkennbaren Grund wieder oft einnässt, oder wenn dich etwas beunruhigt. Das gehört nicht mit mehr Übung gelöst, sondern angeschaut.

Häufige Fragen

Ab wann Töpfchentraining?
Es gibt kein festes Alter. Viele Eltern achten auf Zeichen wie: Das Kind merkt, dass die Windel voll ist, und sagt es, interessiert sich dafür, was Große auf dem Klo machen, bleibt über längere Zeit trocken oder will die Windel ausziehen. Wenn du unsicher bist, frag bei der nächsten Vorsorge in der Kinderarztpraxis nach. Vergleiche mit anderen Kindern helfen dabei wenig.
Ist eine Belohnungstafel fürs Töpfchen sinnvoll?
Befristet und ohne Abziehen richtet sie wenig Schaden an und macht vielen Kindern Freude. Wichtig: Der Sticker ist das Ganze, kein Gutschein für einen Preis. Nasse Hosen kosten nichts. Nach ein paar Wochen hängt ihr die Tafel gemeinsam ab, dann ist das Klo einfach etwas, das dazugehört.
Was tun, wenn mein Kind nicht aufs Klo will?
Den Druck rausnehmen, nicht das Klo: feste Momente im Tagesablauf statt ständigem Nachfragen, Mitsprache bei Töpfchen, Hocker und Buch, sitzen nur freiwillig und eine Pause, wenn es gerade gar nicht geht. Hat dein Kind Schmerzen oder hält es den Stuhlgang zurück, sprich mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt.
Was tun, wenn mein Kind wieder in die Hose macht?
Rückschritte kommen oft in Zeiten vor, in denen sich viel ändert: ein Geschwisterchen, ein Kita-Wechsel, ein Umzug. Ruhig bleiben, trockene Sachen, kein Kommentar. Wenn dein Kind schon länger trocken war und ohne erkennbaren Grund wieder oft einnässt, lass es in der Kinderarztpraxis anschauen.