Was drinsteht
Unser Familienregeln-Plakat
Ganz aufhängen oder die Regeln ausschneiden, die bei euch gerade zählen. Die leere Karte ist für eure eigene.
Warum wenige Regeln mehr bringen als viele
Fast jede Familie hat Regeln, nur stehen sie meist in niemandes Kopf gleich. Die Mama sagt dies, der Papa das, bei Oma gilt etwas anderes. Kinder testen dann nicht aus Bosheit, sondern weil sie herausfinden wollen, was wirklich gilt.
Ein Plakat macht das sichtbar. Es hilft vor allem, wenn die Regeln wenige sind, in Wir-Sätzen stehen und sagen, was geht, statt nur, was verboten ist. „Wir gehen sanft miteinander um“ gibt deinem Kind eine Richtung. „Nicht hauen“ sagt nur, wo die Wand ist.
Und: Familienregeln gelten für alle. Wer selbst am Tisch aufs Handy schaut, kann die Regel „Beim Essen sitzen wir zusammen“ schwer vertreten. Das ist keine Schwäche des Plakats, sondern seine Stärke. Es erinnert auch die Großen.
So stellt ihr eure Familienregeln auf
- 1
Gemeinsam überlegen, wo es gerade hakt
Setzt euch in einem ruhigen Moment zusammen, nicht direkt nach einem Streit. Fragt: Wann gibt es bei uns oft Ärger? Was wünschen wir uns? Auch kleine Kinder haben dazu erstaunlich klare Antworten.
- 2
Drei bis sechs Regeln reichen
Wählt die Regeln, die gerade am meisten zählen. Für kleine Kinder genügen zwei oder drei mit Bild. Eine lange Liste liest niemand, und jede Regel mehr macht die wichtigen schwächer.
- 3
Als Wir-Satz formulieren, der sagt, was geht
„Wir reden leise in der Wohnung“ statt „Nicht schreien“. Der Wir-Satz zeigt, dass die Regel für alle gilt. Die Seite mit den Satz-Tauschen hilft beim Umformulieren.
- 4
Aufhängen, unterschreiben, nach ein paar Wochen anschauen
Hängt das Plakat auf Kinderhöhe dort auf, wo ihr euch oft trefft. Alle unterschreiben, auch die Erwachsenen. Nach einigen Wochen schaut ihr zusammen drauf: Was klappt schon? Was braucht ihr gerade nicht mehr?
Regeln, die sagen, was geht
Links, wie Regeln oft klingen. Rechts dieselbe Regel als Wir-Satz, den ein Kind befolgen kann.
Regel-Ideen zum Aussuchen
Kreuzt an, was bei euch passt, und lasst den Rest weg. Keine Familie braucht alle. Eure eigenen Ideen sind meist die besten.
Miteinander und Streiten
- Wir sind freundlich zueinander
- Wir fragen, bevor wir etwas nehmen
- Wir lachen miteinander, nicht übereinander
- Wir klopfen, bevor wir reingehen
- Wir sagen, was wir brauchen
- Nach einem Streit vertragen wir uns wieder
- Wir machen wieder gut, was wir kaputt gemacht haben
Zuhause und am Tisch
- Wir räumen zusammen auf
- Jeder hilft mit, so wie er kann
- Schuhe und Jacken haben ihren Platz
- Wir reden in der Wohnung mit leiser Stimme
- Beim Essen sitzen wir zusammen
- Am Tisch bleiben die Handys weg, auch die der Großen
Abend, Medien, Unterwegs
- Medienzeit sprechen wir vorher ab
- Abends wird es ruhig
- Auf der Straße halten wir uns an der Hand oder am Wagen fest
- Wir bleiben in Sichtweite
- Wenn wir uns verlieren, bleiben wir stehen und warten
Unser eigenes Regel-Plakat
Schreibt eure Regeln als Wir-Sätze auf und lasst dein Kind zu jeder Regel ein Bild malen. Unten unterschreiben alle, auch die Erwachsenen.
| Nr. | So sagen wir es | Unser Bild |
|---|---|---|
| 1 | ||
| 2 | ||
| 3 |
Wenn eine Regel gebrochen wird
Das passiert, und es heißt nicht, dass das Plakat versagt hat. Zeig auf die Regel statt eine Predigt zu halten: „Schau mal, was steht da?“ Wenn etwas kaputt gegangen ist, überlegt gemeinsam, wie ihr es wiedergutmacht. Und wenn eine Regel ständig gebrochen wird, ist sie oft zu groß oder passt gerade nicht. Dann gehört sie in die nächste Familienrunde, nicht in eine Strafe.
